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bix, Jg. 1968, kfm. Angestellte & Kunstmalerin

 Ich hab mir nie Gedanken gemacht, ob Schuhe tragen den Füßen schaden könnte. Ich trug sie einfach, wie man das halt so lernt im Laufe des Lebens. Draußen barfuß ist man nur im Urlaub am Strand - fertig. Da denkt man doch gar nicht drüber nach.

Zum Nachdenken brachte mich ein winterlicher Ausflug im Jahr 2004 in den Westerwald. Draußen lag Schnee, es schneite, wir besichtigten das Örtchen Hachenburg und machten Kaffeepause in einem Künstlercafé. Und dort saßen sie. Zwei junge Männer, zwei junge Frauen, sie sahen aus wie Künstler - und alle vier waren barfuß! Im Winter! Und dann standen die vier auf und gingen. Und machten keine Anstalten, sich was an die Füße zu ziehen. Gingen barfuß raus in den Schnee, als wäre das ganz normal - und weg waren sie!! Ich war nachhaltig beeindruckt!

Zu Hause setzte ich mich an den PC und googelte nach „barfuß“. Was sind das für Menschen, die im Winter mit bloßen Füßen durch den Schnee spazieren? Hängen blieb ich im Hobby-Barfuß-Forum, dort stelle ich Fragen. Viele Fragen. Und bekam Antworten. Ganz normale Menschen „tun es“ aus ganz verschiedenen Gründen. Gesundheit, Gefühl von Freiheit, weil’s Spaß macht.

Selber ausprobieren, im Winter, kam erstmal nicht in Frage. Aber ich achtete mehr auf meine Füße, ich ging zu Hause bewusster barfuß und wollte es im Frühjahr auch draußen ausprobieren.

An meinen ersten richtigen Barfuß-Ausflug kann ich mich gar nicht mehr so recht erinnern. Aber ich wurde mutiger und mutiger, lief zunächst in der Natur barfuß, dann in der Malschule, beim Tanken - und mittlerweile denke ich nicht weiter darüber nach. Aber auch heute hab ich nicht immer das nötige Selbstbewusstsein, überall barfuß hinzugehen, und manchmal ist mir auch einfach nicht danach. In einem Barfußverbot im Büro sehe ich kein Drama - in solchen Fällen kommen halt Flip-Flops an die Füße.

Mit sinkenden Temperaturen sinkt mein Spaß am Barfußgehen. Ich bin bekennende Saisonläuferin und begegne Sätzen wie: „Das ist alles eine Frage der Übung, immer etwas länger im Herbst aushalten, dann gewöhnt man sich dran…““ mit Schulterzucken. Ich habe nicht den Ehrgeiz, zwingend auch im Winter barfuß gehen zu müssen. Oder immer und überall, das ganze Jahr. Ich sehe daher keinen Sinn darin, es zu trainieren. Ich springe mal spaßeshalber durch Schnee oder geh auch im Winter barfuß den Müll raus bringen. Aber das reicht mir - ein „Mehr“ wird sich von selbst ergeben, oder eben nicht. Ich muss niemandem etwas beweisen, auch mir selbst nicht.

Ob barfuß oder nicht ist bei mir keine Frage des Grundsatzes, eher eine Frage des Wohlfühlens. Manche Supermarktböden sind meinen Sohlen unangenehm, deswegen verzichte ich aber nicht auf den Einkauf - ich zieh halt dort Flip-Flops oder Clogs an. Zu einer noblen Essenseinladung wähle ich schöne Schuhe zum Kleid. Zu einer Hochzeit, Beerdigung, Opernaufführung würde ich Schuhe anziehen. Die blieben sicher nicht die ganze Zeit an den Füßen, aber das würde sich im Laufe der Veranstaltung spontan ergeben.

Ebenso spontan wird sich die Zukunft ergeben.
Barfuß? Ja! Mal mehr und mal weniger. Und immer sehr gerne.
Aber immer ohne konkret zu erreichendes Ziel.

Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 29. May 2007 )